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Bedürfnisorientierte Erziehung / AP

Wir leben Bedürfnisorientiert (AP), also wir versuchen es zumindest, denn so einfach ist das ehrlich gesagt gar nicht. Gerade bei zwei oder mehr Kindern wo viele Bedürfnisse aufeinander treffen oder wenn man selbst nicht so aufgewachsen ist. Für uns ist es aber einfach der richtige Weg, aufgrund unserer Erfahrungen in der eigenen Kindheit und durch den Wunsch wie unsere Kinder aufwachsen sollten.

Wir leben nicht strikt nach einem Plan und ja, wir sind nicht perfekt und auch wir werden mal laut, wenn die kleinen MonsterMädels uns die Nerven zerreißen, aber im Grunde geht es bei uns ziemlich harmonisch und entspannt her ohne Strafen, ohne Erpressungen und mit Achtung der Bedürfnisse unserer Kinder. Sie dürfen auch sehr viel mitbestimmen, auch wenn sie erst 1,5 und 3 Jahre sind. Wir erklären sehr (seeeehr) viel, begleiten sie bei ihrer Wut und ja auch wir sagen ’nein‘.

AP – Attachment Parenting, was ist das denn?

Ist das nicht das Zeug bei dem die Kinder machen können was sie wollen und die Eltern bestrafen sie für nix und setzen Ihnen keine Grenzen?

Naja… nicht so ganz… das würde ich eher Laisser-faire nennen…

AP oder auch Bindungs-/ Bedürfnisorientierte Erziehung ist eher die liebevolle Begleitung der Kinder beim groß werden.

Es wird auf die Bedürfnisse der Kinder geachtet, was möchten sie, was ist der Anlass ihres Verhaltens, warum weinen Sie, warum möchten Sie genau das jetzt gerade machen oder auch nicht machen. Es geht darum das Bedürfnis hinter der Handlung des Kindes raus zu filtern. Wobei es hier auch wichtig ist zwischen Wünschen und Bedürfnissen zu unterscheiden.

Bei diesem Erziehungsstil ist die Grundlage die Bindungstheorie, die schon in den 40er Jahren aufgestellt wurde. Der Körperkontakt und die Nähe zu den Eltern ist so wichtig, vor allem im ersten Lebensjahr. Deswegen wird von Eltern die bedürfnisorientiert erziehen auch das Tragen und das Familienbett gerne genutzt.

Es wird auf die Grundbedürfnisse des Babys geachtet und diese werden befriedigt, dabei lässt man die Babys auch nicht schreien, denn Fakt ist, Babys und Kleinkinder schreien nicht aus Spaß, Langeweile oder um uns zu ärgern, sondern äußern so ihre Bedürfnisse, weil sie einfach nicht anders kommunizieren können. Genauso wenig kann man ein Baby verwöhnen, wenn man es tröstet oder trägt oder stillt oder einfach auf sein schreien und weinen eingeht. Auch ein „Schlaflernprogramm“ wie es von manchen Ärzten oder Eltern und Großeltern empfohlen wird ist alles andere als sinnvoll. Klar hören die Babys nach paar Tagen auf zu schreien und schlafen alleine ein, aber nicht weil sie es wollen und toll finden, sondern weil sie resignieren, sie finden sich einfach damit ab, dass keiner auf ihr Schreien reagiert, was nicht gerade bindungsfördernd ist…

Es geht hier auch um die Begleitung bei einem Wutanfall, das Kind wird nicht alleine gelassen, sondern bekommt Zuspruch, wenn es nicht in den Arm genommen werden möchte bleiben die Eltern beim Kind und begleiten es durch die Wut. Sie können erfragen warum es so wütend ist und ihm auch zu verstehen geben, dass es ok ist wütend zu sein.

Anstatt einfach kurz nein zu sagen und damit anzunehmen, dass es für das Kind mit einem nein getan ist wird erklärt warum denn jetzt ein nein hier angebracht ist, zum Beispiel wenn gerade eine Grenze überschritten wird, eine Gefahr droht oder ein Bedürfnis eines anderen Familienmitgliedes höhere Priorität hat, denn nicht die Bedürfnisse der Kinder stehen hier im Vordergrund, sondern es zählen die Bedürfnisse aller Familienmitglieder sind gleichwertig. Kollidieren die Bedürfnisse, muss heraus gefunden werden welches gerade wichtiger ist und dies wird dann auch bei allen so kommuniziert.

Die Kinder können so das Vertrauen zu ihren Bezugspersonen aufbauen und so auch darauf bauen, dass diese für Sie da sind und sie sich auf sie verlassen können.

Die Kinder sind trotz allem nicht „unerzogen“ oder frech. Sie lernen auch nicht durch Zwang, sondern durch vorleben, zum Beispiel habe ich meine Kinder nie gezwungen „bitte“ und „danke“ oder „Hallo“ und „Tschüss“ zu sagen und trotzdem machen sie es von alleine, weil sie es so vorgelebt bekommen.

Wir sind trotzdem keine Helikoptereltern, weil wir auf Bedürfnisse der Kinder eingehen oder verziehen sie. Sie sind wie viele andere Kinder in ihrem Alter auch und bekommen von uns einfach alles an Nähe, Liebe, Vertrauen und Verständnis was sie benötigen.

Eins meiner liebsten Zitate dazu ist von Maria Montessori:

„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

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